Kundenverhalten hat sich stark verändert

Raiffeisenbank Eifeltor überträgt zwei Ein-Mann-Filialen auf besser ausgestattete Geschäftsstellen

Kaisersesch. Die Beratungsgesellschaft zeb.Researce geht in einer Studie davon aus, dass bis 2020 die Anzahl der Kunden, die ausschließlich die Vor-Ort-Filialen nutzen, um 44 % sinken wird. Jedoch werden nach dem Ergebnis dieser Studie zu urteilen, 75 % der Kunden Bankdienstleistungen überwiegend oder sogar ausschließlich auf einem digitalen Weg abwickeln. „Diese Entwicklung ist längst bei uns angekommen. Die Nutzungsquote unserer Ein-Mann-Filialen ist in den beiden letzten Jahren um bis zu 33% zurückgegangen“, erläutert Bankvorstand Thomas Welter. Angesichts der rasanten Entwicklung beim Online-Banking und des Trends zu intensiver Kundenberatung setzt die Raiffeisenbank Eifeltor auf weniger, dafür besser ausgestattete Standorte. „Der alltägliche Bankservice, wie ihn unsere Ein-Mann-Filialen anbieten, wird immer weniger nachgefragt. Komplexe Beratungsgespräche und Online-Banking dagegen nehmen zu. Das haben auch unsere Analysen ergeben. Auf das veränderte Kundenverhalten zukunftsorientiert und wirtschaftlich verantwortlich zu reagieren, ist jetzt das Gebot der Stunde“, erklärt Bankvorstand Elmar Franzen: „Aufsichtsrat und Vorstand haben nach sorgfältiger Prüfung einstimmig beschlossen, in den kommenden Monaten zwei so genannte Ein-Mann-Filialen auf personell und räumlich besser ausgestattete Raiffeisenbank-Geschäftsstellen zu übertragen.“

Am 31. März werden die Geschäftsstellen Alflen und Düngenheim geschlossen, die bereits jetzt schon nur zeitweise geöffnet sind und bei denen teilweise sicherheitstechnische Umbauten notwendig wären. „Unsere Mitglieder und Kunden werden dann von den Mitarbeitern der jeweils in der Nähe befindlichen Filiale im Nachbarort Kaisersesch bzw. Lutzerath betreut“, so der Vorstand. „Damit sind wir nach wie vor mit dem dichtesten Filialnetz unserer Region nah bei unseren Mitgliedern und Kunden.“ Den beiden Vorstandsmitgliedern ist bewusst, dass es für einige weniger mobile Kunden umständlich wird, wenn die Kleinfilialen aufgegeben werden. Für sie gibt es den Bargeld-Bringservice. Auch Überweisungen können abgeholt werden. Zudem bietet die Raiffeisenbank über ihre „Connect-Filiale“ ein umfangreiches Angebot, Bankgeschäfte schnell und einfach per Telefon zu erledigen. Unter der Telefonnummer 02653 9991-0 ist die Connect-Filiale von Montag bis Freitag zwischen 08.00 Uhr und 17.00 Uhr durchgängig erreichbar. Aber auch über die Online-Filiale unter www.rb-eifeltor.de können die Mitglieder und Kunden Serviceaufträge bequem von zu Hause aus erledigen. „Und damit auch das deutlich ausgesprochen worden ist: Durch die Umstrukturierung verliert kein Mitarbeiter den Arbeitsplatz. Im Gegenteil: Wir brauchen weiterhin jede Hand.“

In den in diesen Tagen versandten Briefen an die betroffenen Kunden macht die Raiffeisenbank deutlich, in welchem Umfeld sich die Genossenschaftsbank bewegt: Es sei ihre Aufgabe, umfassende Finanzdienstleistungen, preisbewusst kalkulierte Produkte und eine langfristige Förderung der Mitglieder anzubieten. Zugleich müsse auch die Raiffeisenbank betriebswirtschaftliche Erfordernisse erfüllen. Und dass in Zeiten steigender Kosten durch mehr staatliche Anforderungen und sinkender Margen durch die Niedrigzinsphase. „Deswegen setzen wir dort an, wo kaum Leistung nachgefragt wird. Das ist im Sinne aller unserer Mitglieder, die zugleich Miteigentümer unserer Raiffeisenbank sind. Leichten Herzens tun wir das nicht, sondern nach reiflicher Überlegung – und mit Lösungen für diejenigen, die Nachteile erfahren“, sagen Franzen und Welter.